Kunst schaut hin – Interview mit Christian Schnurer

Der Münchner Künstler Christian Schnurer (geb. 1971 in Schwandorf) ist bekannt für seine Arbeiten im öffentlichen Raum. Seine Installationen und Interventionen sind gesellschaftpolitisch motiviert. Um Krieg, Flucht, menschenverachtende oder die Freiheit missachtende Politik zu kommentieren. Diese Interview führte ich anlässlich seiner Video-Installation und Skulpturen aus Hunderten von Rettungswesten im donumenta ART LAB Gleis 1 am Hauptbahnhof in Regensburg und im Bahnhofsumfeld. „Salva Vida – HOTSPOT“ läuft vom 18. September bis zum 18. Oktober, mittwochs bis sonntags 14 bis 19 Uhr.

Welches Ereignis war für Sie als Künstler ausschlaggebend, sich mit dem Thema Migration und Seenotrettung zu beschäftigen?

2004 gab es eine Seenotrettung, die mich sehr beschäftigt hat. Das war als die Cap Anamur II 37 Geflüchtete rettete und der Kapitän in die Fänge der italienischen Staatsanwaltschaft geriet, weil er ohne Erlaubnis in einen sizilianischen Hafen einfuhr. Seitdem ist das Thema in meinem Fokus und ich habe grundsätzlich über die Außengrenzen Europas nachgedacht. 2010 war die erste große internationale Arbeit dazu entstanden. Mit dem Amphibienfahrzeug „Mathilda“ fuhr ich 2010 anlässlich der Kulturhauptstadt Istanbul von München an den Bosporus.

Es hat tatsächlich lange gedauert, eine künstlerische Antwort auf das Thema Grenzen Europas und Seenotrettung zu finden, weil es so schwierig ist, damit umzugehen, so unmöglich, so tragisch. Es ist nichts, was zu Ende geht, es ist immer bitter und man kann keinen Humor hineinlagen. Das ist bis heute schwierig.

Der Münchner Künstler Christian Schnurer: Die Schwimmweste ist zur Ikone für die Rettung von Geflüchteten geworden.
(Foto: Bodo Mertoglu)

Mit Ihrem Projekt „Salva Vida“ kooperieren Sie mit der Gemeinde Lesbos. Wie gestaltet sich diese Zusammenarbeit?

Die Kooperation besteht aus der Überlassung von 4.000 Schwimmwesten. Anfang 2016 wollten wir Schwimmwesten für Installationen im öffentlichen Raum, um die Willkommenskultur aufrecht zu erhalten in einer Situation, die schon am Kippen war.

Der Kontakt kam zustande, als wir Hilfsgüter nach Lesbos transportiert haben, hauptsächlich Kleidung. In dem Moment war die Situation relativ durchlässig, ein hoffnungsvoller Moment.

Auf Lesbos lagerten damals auf einer auf Müllhalde ungefähr eine Million Schwimmwesten, jede einmal gebraucht. Dieses Bild ging mir nicht aus dem Kopf. Ich wollte mit diesen Schwimmwesten arbeiten, fragte, ob ich 4.000 dieser Westen haben könnte und kam schließlich mit einem Empfehlungsschreiben der Stadt München.

Für die Gemeinde Lesbos war das auf der anderen Seite eine Möglichkeit, die Öffentlichkeit in Zentraleuropa auf diese Situation aufmerksam zu erhalten. So kam dieser Vertrag zustande. Warum er überhaupt geschlossen werden musste? – Die Schwimmweste war zum Archetypen, zur Ikone für die Rettung von Geflüchteten geworden. Schwimmwesten waren begehrt. Damals waren sehr viele dran um damit zu arbeiten; Künstler, Theater, Upcycling Projekte, Hilfsorganisationen, etc..

Was kann Kunst in diesem Zusammenhang bewegen?

Kunst hat schon immer versucht, ihre Stimme  gegen Krieg und Ungerechtigkeit zu erheben. Der Versuch die Welt zu retten ist meistens gescheitert. Als Künstler konnten wir keinen einzigen Krieg und kein Leid verhindern. Auf der anderen Seite ist die Kunst ein Weg, die Öffentlichkeit zu zwingen, die Augen dorthin zu richten. – Den Fernseher kann man ausschalten, aber einer Aktion im Öffentlichen Raum kann man sich niemand entziehen. Das  löst Emotionen aus, positive wie negative, gute Diskussionen oder tätliche Angriffe gegen die Kunst – auch das muss man aushalten.

Wie sehen Sie die Situation im Hotspot Camp Moria auf Lesbos heute im Vergleich zu damals vor fünf Jahren?

Wir haben das Thema nicht mehr so wie damals täglich in den Nachrichten. Auf der anderen Seite haben wir in Moria auf Lesbos heute einen Hotspot, der auf 3.000 Menschen ausgelegt ist und in dem 20.000 Flüchtlinge leben. Die Zustände sind schlimmer als etwa in Jordanien, in der Türkei oder der Ukraine. Unsere Politik hat 2015 als Deutschland und Österreich die Grenzen öffneten ein freundliches Gesicht gezeigt. Heute zeigen wir eine hässliche Fratze. – Deutschland das Traumziel und Europa die Hoffnung für viele.

Wir leben eine bigotte Leitkultur, weil wir uns auf humanistische Werte berufen, die wir gleichzeitig missachten. 

Die Installation „Salva Vida – HOTSPOT“ im Donumenta ART LAB Gleis 1 wird sich sehr stark medial zeigen: Fotomaterial. Rauminstallationen aus Schwimmwesten, Filmaufnahmen. Wird der Raum wirken?

Zum ersten Jahrestag der 1. Jahrestag der Grenzöffnung zu Ungarn war die Aktion „Sommergrüße vom Wolfgangsee“ ein Anschlag auf dieses deutsch-östereichische Wirtschaftswunderidyll mit der schwimmenden Insel aus 800 Schwimmwesten vor dem „Weissen Rössl“. Wir zeigen diese Aktion als Videoprojektion in einer morbiden Raumsituation unter den Bahngleisen jetzt zum 5. Jahrestag dieser historischen Entscheidung.

Wie hat sich die Wahrnehmung Ihres Projekts verändert?

Jetzt ist ein guter Moment, um das ganze Projekt etwas neutraler und mit Abstand zu sehen und die einzelne Stationen in ihrem Verlauf aufzublättern und neu zu bewerten.

Meine Installation „Platz der Leitkultur“ von 2017 wird neu inszeniert im Umfeld des Regensburger Bahnhofs. Andere Aktionen werden als Fotodokumente gezeigt oder in Dokumentationsvideos des Filmemachers Lorenz Kloska. Ich bin gespannt, ob die Empfindlichkeit des Publikums immer noch da ist, oder ob die Gewöhnung alle weiteren Reaktionen abgestumpft hat.

Danke für das Interview Christian Schnurer.

Foto: „Platz der Leitkultur“, Installation aus Rettungswesten. (Julia Weigl-Wagner).

Namen sollen Menschen bewegen – Interview mit Tima Kurdi

Ab 3. September 2020 wird es in Regensburg für drei Monate einen ALAN & GHALIB KURDI HAFEN und eine MICHAEL BUSCHHEUER BRÜCKE geben. Die Namen stehen für menschliche Not und Hilfe. Sie sind Teil der Arbeit “SEARCH & RESCUE” des tschechischen Künstlers Dušan Zahoranský, Artist in Residence des donumenta e.V. 2019 – Tima Kurdi, die Tante von Alan und Ghalib Kurdi, wird anlässlich der Enthüllung am 3. September sprechen.  Alan Kurdi ist der tote Jungen am Strand, dessen Bild Anfang September 2015 um die Welt ging. Der Zweijährige wurde zur Ikone für das humanitäre Not von Flüchtlingen. Auch Alans Bruder Ghalib und Mutter Rehanna überlebten die Flucht zum Vater, der bereits in die Türkei geflohen war, nicht. Für Tima Kurdi, die heute in Kanada lebt, war das Schicksal ihrer eigenen Familie der Auslöser, sich für die Rechte von Flüchtlingen zu engagieren.

Tima Kurdi, Sie sind in Damaskus geboren und leben seit fast 30 Jahren in Kanada. Nachdem der Krieg in Syrien 2011 ausbrach, wollten Sie Ihre dort lebenden Familienmitglieder nach Kanada holen. Was haben Sie unternommen?

Als in Syrien der Krieg ausbrach, floh meine Familie wie Tausende andere in die Türkei. Die Familie meines Bruders Abdullah war aus Kobani geflohen, um zu ihm nach Istanbul zu gelangen. Es waren herzzerreißende Zustände. Und als ich sie 2014 besuchte, sah ich mit meinen eigenen Augen wie ihre Situation war, wie sie darum kämpften in diesem neuen Land zu leben, besonders die Kinder. Ich sah, dass meine Nichte und meine Neffen gezwungen wurden zu arbeiten, statt zur Schule zu gehen.

Seit dem Ausbruch des Krieges in Syrien flehten meine Leute um Hilfe, doch niemand reagierte. Ich tat, was ich konnte, um meine Familie zu unterstützen, schickte Geld und versuchte sie nach Canada zu holen, aber Canadas Grenzen blieben geschlossen, unser System versagte.

Als Ihre beiden Neffen Alan und Ghalib auf der Flucht aus Syrien nach Europa starben, waren sie zwei und vier Jahre alt. Was veranlasste Sie trotz des Schmerzes, den Sie erfahren haben, sich jetzt erst recht und über die eigene Familie hinaus für die Rechte von Flüchtlingen zu engagieren?

Viele Monate lang hatte ich um ihre Einreise gekämpft und erledigte die Formalitäten, bis ich an jenem 2. September 2015 die tragische Nachricht hörte, dass meine Schwägerin Rehanna und meine beiden Neffen Alan und Ghalib Kurdi ertrunken waren. Ich werde diesen 2. September nie vergessen. Ich wachte auf, hörte diese Nachricht und sah das Bild meines Neffen Alan am Strand. Ich schrie so laut ich konnte. Ich wollte, dass die Welt mich hörte. Dann traf ich diese Entscheidung. Ich sagte mir: Wenn ich meine eigene Familie nicht retten kann, dann will ich andere retten.

Ihre Reden sind sehr persönliche Statements. Sie erreichen dadurch viele Menschen. Was erwarten Sie sich von der europäischen und deutschen Flüchtlingspolitik?

Ich hoffe, dass die europäischen Länder und Deutschland Flüchtlinge weiterhin willkommen heißen und ihnen ihre Grenze öffnen, denn sie fliehen, weil sie dazu gezwungen werden und ihnen keine andere Wahl bleibt. Ferner hoffe ich, dass die internationale Gemeinschaft zusammenkommt, um eine friedliche Lösung zu finden, Krieg und Armut überall zu beenden. Dann wird es keine Flüchtlinge mehr geben. Bis dahin müssen wir den leidenden Menschen helfen, ihr Leben – wie alle anderen – in Frieden leben zu können.

Der donumenta e.V., ein Kunstverein in Regensburg gedenkt des Schicksals Ihrer Familie mit der temporären Umbenennung eines Uferabschnitts an der Donau in ALAN & GHALIB Kurdi Hafen. Wie wirkt das auf Sie?

Worte können mein Gefühl nicht beschreiben. Es berührt mich sehr und ist gleichzeitig schmerzhaft. Ich möchte, dass die Namen Alan und Ghalib Kurdi eine dauerhafte Erinnerung in Herz und Verstand der Menschen sind und ich hoffe, dass sie niemals das Bild des Jungen am Strand vergessen. Ich hoffe, dass die Namen Menschen dazu bewegen können, aufzustehen und ihre Stimme zu erheben, um anderen in Not zu helfen.

Danke für das Interview, Tima Kurdi.

Das Interview führte Julia Weigl-Wagner am 24. August 2020 für den donumenta e.V. in englisch

Material, Raum und Geschichte – Interview mit Luiza Margan

Warum sie sich für ein Bauwerk des Brutalismus interessiert, hat mir Luiza Margan, Künstlerin aus Kroatien, in einem Interview erklärt. Sie hat sich mit dem Wirsing-Turm am Regensburger Ernst-Reuter-Platz beschäftigt, der vor wenigen Monaten abgerissen wurde und den öffentlichen Raum zwischen Bahnhof und Altstadt definierte. – Die Ausstellung „Geliebtes Monster / Beloved Monster“ ist vom 10. Juli bis zum 16. August jeweils mittwochs bis sonntags von 14 bis 19 Uhr im donumenta ART LAB Gleis 1 am Regensburger Hauptbahnhof zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Wie kommt es, dass Du Dich mit dem Wirsing-Turm beschäftigst?

L.M.: Als ich zum ersten Mal in Regensburg war und mich mit dem donumenta ART LAB Gleis 1 vertraut machte, überraschte mich dieses Gebäude sehr – seine markante Gestalt und Gegenwart. Auch von der Höhe her unterschied es sich von den historischen Gebäuden im Zentrum der Stadt, obwohl man deutlich sehen konnte, dass es selbst eine kraftvolle Geschichte hat.

Hans Simon-Pelanda von der donumenta erzählte mir diese Geschichte und davon, wie der Plan, es abzureißen zahlreiche Bürger*innen mobilisierte, sich für den Erhalt dieses architektonisch herausragenden Bauwerks zu engagieren und es einer neuen Nutzung zuzuführen.

Woher kommt Dein Interesse für Architektur?

L.M.: In meiner Arbeit untersuche ich die Beziehung zwischen dem privaten und dem öffentlichen Raum. Ich frage mich wie der öffentliche Raum und kulturelle Identitäten durch historische Narrative und ideologische Überhöhungen entstehen.

Architektur und Stadtplanung, Denkmäler und Straßennamen sowie Bürgerinitiativen für den Erhalt von öffentlichen Räumen spielen hier eine bedeutende Rolle.

Als Gesellschaft entscheiden wir darüber, was stehen bleibt und was zerstört wird. Es stellt sich die Frage, welche Werte damit verbunden sind. Die Entscheidung, diesen Turm abzureißen, begleiten Konflikte. Für mich ist diese Spannung interessant: Stehen lassen oder abreißen? Diese Spannung gestaltet den öffentlichen Raum und um diese Spannung geht es in meiner Arbeit. Ich persönlich bevorzuge eher eine „grünere“ Haltung und den Erhalt wertvoller Architektur der Vergangenheit in neuer zeitgemäßer Nutzung. Dadurch entsteht eine reiche und lebendige Stadtlandschaft.

Hat das etwas mit Deiner Biografie zu tun?

L.M.: Ich wuchs auf im Prozess der Auflösung Jugoslawiens und der sich im Anschluss formierenden nationalen Identitäten. Diese Verwandlung ist ein stetiger Prozess, der im öffentlichen Raum gut beobachtet werden kann. Sogar Beispiele weltweit anerkannter Architektur und Monumente der jugoslawischen Epoche werden nicht wahrgenommen oder zerstört, Denkmäler des antifaschistischen Kampfes und Straßennamen ausradiert. Der Kapitalismus eignet sich den öffentlichen Raum an und viele Bürger- und Kulturinitiativen stellen sich dagegen.

Du setzt „Geliebtes Monster“ mit Metall- und Beton-Teilen um? Wie arbeitest Du mit diesen schwer zu bewegenden Materialien?

L.M.: Es ist mir wichtig, dass ich diese Materialien selbst bewegen kann. Alle Betonteile in der Ausstellung sind zwar schwer, aber ich kann sie noch selbst bewegen. Bei den größeren Bauteilen arbeite ich mit Helfern. Meine Idee ist es, die Materialien auf eine Art zu arrangieren, die ihre Geschichte zeigt und gleichzeitig eine neue Räumlichkeit entstehen lässt.


Danke für das Gespräch, Luiza.

Foto: donumenta / Regina Hellwig-Schmid.

Mais: Massenproduktion wird Kunstwerk

In der ehemaligen Fußgängerunterführung im Regensburger Hauptbahnhof hat Catrin Bolt 596 Fliesen mit bildschönen Maiskolben bemalt. Das ist die Gelegenheit, sich intensiv mit Mais zu beschäftigen. Das weltweit am häufigsten und meist in Monokultur angebaute Getreide kann viel über Ökologie und Ökonomie auf unserem Planeten erzählen. – Was wie die Vorstufe von Popcorn aussieht fndet sich als Maisstärke in fast allen industriell hergestellten Lebensmitteln wieder. Auch die abwaschbare und biologisch abbaubare Farbe, mit der Catrin Bolt im donumenta ART LAB Gleis 1 arbeitete, enthält Maisstärke.

Lesen Sie meinen Pressetext für die donumenta.

Maisgelb ist sie gefliest, die frühere Unterführung am Hauptbahnhof in Regensburg. Mit den fotogenen Kolben gestaltet die Künstlerin Catrin Bolt ein „Monokulturelles Stillleben (Kukuruz)“ im donumenta ART LAB Gleis 1. Sie verwandelt den Kunstraum in einen Produktionsraum für den Rohstoff Mais, eine der wichtigsten Ressourcen in unserer Gesellschaft.

Beim ersten Hinsehen wirkt der Tunnel unangetastet, doch das Stillleben nimmt den gesamten Raum in einer stetigen Wiederholung ein und macht ihn zum Bildträger. Der Tunnel wird zu einem Produktionsraum. Catrin Bolt erzeugt eine Art Rapport. Sie bemalt 750 Fliesen, jede mit einem Maiskolben. Die Motive erinnern an Küchenfliesen, Schmuckfliesen die Stillleben von Obst, Gemüse oder Kräutern zeigen. In der Masse allerdings hat die Getreidepflanze längst die Grenzen des Privaten und der Küche verlassen. Vielmehr verweist die Künstlerin mit dieser seriellen Arbeit auf landschaftsprägende Produktionsweisen. Bolt kommentiert: „Wie beim Bahnfahren die Monokulturen an einem vorbeiziehen, so kann man im ART LAB Gleis 1 an den Maiskolben entlanggehen. Sie ähneln und kopieren sich immer weiter, aber sind doch jeweils anders und eigens gemalt.”

Mais ist das am meisten angebaute Getreide weltweit, auch in Bayern. Mais und Maisstärke befinden sich in fast jedem Nahrungsmittel. Hauptsächlich wird das Getreide zu Tierfutter, aber auch Biotreibstoff und Kunststoffersatz verarbeitet.

Mais „ist so etwas wie die Grundlage unserer Konsumgesellschaft. Er wird im Kampf um Ressourcen und Billigpreise zum Politikum”, sagt Bolt. Ihr Werk regt an, über unsere Produktions- und Konsumweisen nachzudenken, über Effizienz und eine Flut an Waren, Bildern und Informationen.

Catrin Bolt studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. In ihren Projekten arbeitet sie meist im öffentlichen Raum, unter anderem im Stadtraum von Wien und Graz, im Arkadenhof der Universität Wien oder in Viehofen bei St. Pölten. Neben internationalen Stipendien und Preisen erhielt sie auch den renommierten Otto Mauer-Preis.

Menschen verweigern sich

„Wir werden von den Medien über den Krieg informiert, aber wir bekommen selten Menschen zu sehen, die sich nicht an seine Regeln halten.“ So kommentiert Yevgenia Belorusets aus der Ukraine diese Arbeit, die sie in ihrem Zyklus „Die Siege der Besiegten“ veröffentlicht hat. Der Bergarbeiter aus dem umkämpften Donbas-Becken in der Ost-Ukraine gehört zu den Menschen, die sich dem Krieg still verweigern. Belorusets Fotoarbeit gehört zur donumenta-Open-Air-Gallery „14 x 14 under construction“ und hängt in Regensburg an der Dr.-Gessler-Straße 1.

Fortschritt ohne Fortschritt

Noch ein paar Tage zeigt Pavel Brăila auf der Dokumenta in Kassel gefrorenen Schnee aus Sotchi im Einmachglasoch. Derweil baut die donumenta in Regensburg die Open Air Gallery „14 x 14 under construction“ auf. Einer der Künstler aus 14 Ländern des Donauraums ist Pavel Brăila aus Moldawien. Mit dieser Arbeit behauptet er wohl: Fortschritt ist gar nicht so fortschrittlich.