Wenn Zoom beim Entwerfen hilft – Interview mit Theresa Bösl vom Corona Design Lab

Was Studierende im Corona Design Lab entwickelt haben, ist vom 21. August bis zum 6. September 2020 im donumenta ART LAB Gleis 1 am Hauptbahnhof in Regensburg zu sehen. Im Interview erzählt mir Theresa Bösl wie es dazu kam und was sie am meisten fasziniert. Sie studiert im 4. Semester Architektur.

Theresa Bösl ist eine der Studierenden aus dem Seminar „Corona Art Lab“ der OTH Regensburg (Zeichnung: Theresa Bösl)

Theresa, Ihr habt das Corona Design Lab an der OTH relativ früh eingerichtet und das Thema als eines erkannt, das für Euch relevant ist. Was war da entscheidend?

Theresa Bösl: Wir haben uns per Zoom getroffen und das war schon mal eine Ausnahmesituation. Wir haben darüber diskutiert, wie es jedem geht gerade vor dem Hintergrund der Pandemie. Viele waren zuhause bei ihren Familien, schon allein deshalb, weil sie dort mehr Platz hatten als in der Studentenwohnung. Da kamen wir dann ganz schnell auf das Thema Raum. Wir erkannten es als ziemlich bedeutsam für uns, weil wir ja als angehende Architekten Räume entwerfen, ziemlich tief drin stecken in der ganzen Thematik und auch etwas machen können. Dann haben wir angefangen, Lösungen zu finden.  

Was ist Dein Lieblingsentwurf, wenn Du Dir jetzt Eure Lösungen vergegenwärtigst?

Theresa Bösl: Das Coronoskop. Interessant finde ich, wie es entstanden ist. Die Idee kam quasi bei einer Zoom-Diskussion. Man sieht von jedem dieses kleine Video. Da hatte eine Kommilitonin die Idee, Spiegel so zusammenzusetzen, dass man aus einem Blickwinkel immer mehrere Personen sieht. Die Idee mit den Spiegeln hängt eng mit der Anmutung der Zoom-Videos zusammen. Auch wie wir es umgesetzt haben, finde ich mega-spannend. Jetzt sieht das so lässig aus, aber wieviel Physik da drin steckt und wieviel Poesie …

Das Corona Art Lab war zwar ein Seminar, aber doch eine ganz besondere Erfahrung in Eurem Studium. Wird es Euch als Gruppe weitergeben?

Theresa Bösl: Wir haben verschiedene Ausstellungen geplant, weil wir unsere Gedankengänge auch weiterbringen wollen. Auch in den Sozialen Medien finden wir Zuspruch. Das schweißt uns tatsächlich zusammen und wir stehen immer wieder im Austausch miteinander. Wir haben eine kleine WhatsApp Gruppe und wenn wir irgendwas sehen, was irgendwo auf der Welt angeboten wird, diskutieren wieder drüber.

Gibt es an anderen Architektur-Hochschulen ähnliche Projekte?

Theresa Bösl: Das ist eine gute Frage. Als wir im April gestartet sind, sollten wir Lösungen finden, die es schon gibt. Außer zwei drei Lösungen haben wir nichts gefunden. Dann haben wir entworfen und unsere Designs auf Instagram präsentiert. Dann hieß es, dass das ziemlich gut ist. Natürlich haben wir auch Lösungen, die es schon gab – wie zum Beispiel den Tür-Haken – transformiert. Unsere Dozenten sagen immer: Auch in der Architektur gibt es nicht Neues. Es gibt schon alles. Wir müssen es nur verbessern oder neu zusammensetzen.

Danke Theresa, für diesen interessanten Einblick in Eure Arbeit.

Foro: Kommunikation auf Abstand – das Coronophone (Corona Design Lab, OTH Regensburg)

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